Insel - Nowottnypremiere

Plakat von Sigrid Kriener

Am 14. Oktober 2006 ist es dann soweit. Die offizielle Buchvorstellung – die Ausstellung der Bilder meines Vaters, die Party zum Buch sozusagen. Diesmal – obwohl wieder gewohnte Inselumgebung – ist der Aufwand etwas größer. Zwei Musiker begleiten mich, Heiko und Mathias – ihres Zeichens auf Gedeih und Verderb verurteilt, etwas mit meinen Texten anzufangen. Mein Vater hängt mit mir am Freitag zuvor 25 Originalzeichnungen auf der Insel auf. 25 von 27 im Buch. Ein Tonmann wird engagiert um mit einer Anzahl auf Ständern stehenden Mikrophonen das Programm mitzuschneiden, wie man so sagt. Die Frau von Tide Radio kommt auch wieder und hofft auf den Zug unseres Mitschnitts aufzuspringen. Sie will dann später uns den Mitschnitt von der Radiosendung liefern.


Dann gibt es noch jede Menge Helfershelfer und Persönlichkeiten. Annegret, die wie immer auf der Insel die großartige Basis für diese Veranstaltung liefert. Madonna, die ein tolles Plakat schneidert und mein Kollege Patryk, der uns mit Jan den Tonmann für den Abend vermittelt, welcher sich auch noch als echt netter Kerl entpuppt und unser Dreierteam für diesen Abend zu einem echt geilen Viererteam macht.


Um 14 Uhr am Samstag des besagten Lesetermins treffe ich ein. Heiko und Mathias sind schon groß am Aufbauen – Jan ist bereits fleißig in diese Arbeit integriert. Ich stehe als Nichtmusiker daneben wie doof und lege schon mal meine 25 Bücher „Zwischen Tee und Nowottny“ irgendwo ab. Rüdiger ist auch wieder da und wird als treue Seele meinem Bücherverkauf beistehen. Da wir eine Vernissage machen, laden wir freilich ein und Eintrittskarten gibt es diesmal nicht. Dies ist aber einmalig, damit so was nicht einreißt. Während des Soundchecks passiert dann die Fastkatastrophe. Heikos Irgendwas an der Gitarre bricht ab und fällt in den Körper, außerdem brummt das Kabel wie Sau. Wir können also nur folgendes machen, bzw. der Herr Papenberg, der Schlagwerkerfreund macht folgendes: Er greift nach innen. Die Saiten müssen abgemacht werden und an der Gitarre neu geklebt – zum Glück ist die Gitarre nicht am Tonkörper beschädigt. Dann klingt es doch. Aber neues Saitenaufziehen bedeutet ständiges Nachstimmen – auch im Programm, aber da wir es jetzt wissen, akzeptieren wie es, obwohl Mathias ein Katastrophengesicht bei mir gesehen haben will. Dann Soundcheck also doch recht gut. 16 Uhr 30, viel später als geplant sind wir fertig.

Gegen 17 Uhr treffen dann auch die ersten Gäste ein. Natürlich ist mein Vater per Taxi da und begrüßt mich und meine Musikerfreunde. Miriam und Marion kommen und auch der Frank – ein Zeichner vom Sperling – einer mit dem ich nicht gerechnet habe. Fotoleute auch, Tania R. und Björn Lorenzen und Michael Schiele. Die habe ich alle in der www.fotocommunity.de kennen gelernt. Einige unbekannte Freunde des guten Geschmacks finden den Weg – ein paar kurzfristige Absagen sind wie immer schade, aber nicht zu ändern. Paula entpuppt sich wieder als treue Seele und nimmt Vorpremiere und auch richtige Premiere auf sich. Und die Ninja ist auch wieder da du. Madonna kommt natürlich auch mit der großen Überraschung Christina, was mich irrsinnig aufbaut. Heinz, Madonnas Mann ist auch wieder dabei. Meine Frau fehlt auch nicht, sowie die entsprechenden Anhänge der Herrn Hövekenmeier und Papenberg, weil sich das schließlich so gehört, oder so. Möhre ist dann auch da, nur eine Susanna und ein paar andere haben wir dann doch vergeblich gesucht. Rüdiger reicht Sekt und die Insel ist doch gut voll. So eröffnen Annegret und ich die Vernissage, während sich Musiker und Tonmann mit der Tidefrau Karina einigen. Annegrets Begrüßung beinhaltet wie immer ein paar Worte zum Stadthofprojekt von Insel e.V. und die verbalen Blumen an uns. Ich habe meinen Text aufgeschrieben und der lautet wie folgt:

Ein Buch braucht ein Gesicht. Ich fotografiere oder gucke in die Luft. Das Bild von Nowottny kenne ich schon lange. Eine Zeichnung aus dem Jahre 1989. Seit etwa fünf bis sechs Jahren gibt es nun meine Hauptfiguren für meine Prosaentwürfe: Käthe und Jonathan. Wie die beiden nun mit Nowottny zusammen bringen? Gar nicht! Mein Vater Wilfred Krüger hat noch einige andere Prominente porträtiert, via TV Bildschirm meistens. Käthe und Jonathan sehen auch fern, wer ein paar ihrer Anekdoten kennt, glaubt das sofort. Quizshows, politische Talkshows und pseudoerotische Soaps.

Ich muss hier an dieser Stelle meinem Vater wirklich danken. Denn er hat gesagt, ich soll Texte zu seinen Bildern schreiben, damit es ein Buch werden kann. Das geht natürlich nicht so einfach. Ich bin Dichter und hoch Poesieverdächtig. Und meine Käthe und meinen Jonathan liebe ich. Die darf man nicht vernachlässigen. Sonst geht alles schief vom gegenseitigen Blumen hüten über das destruktive Kleintier gießen bis zum Liebesleben.

Also habe ich gesagt: Die wundervollen Porträts im Buch gerne: 27 sind es genau. Aber auch Käthe und Jonathan mit dem Versuch sich in diesen Promis zu spiegeln, obwohl sie doch so sehr mit sich selbst beschäftigt sind. So weit so gut.

Aber was ist mit den Liebesbriefen, körperlichen Abenteuern, Schwüren und Arztbesuchen. Gut – habe ich gesagt und war auch hier der Meinung das geht. Ein Buch in drei Teilen. Das Romantische Erwachen mit dem Titel „Nordfriesischer Mondenschein“ am Anfang. Die Begegnung mit Zeitgenossen und Nachbarn – eben „Zwischen Tee und Nowottny“ oder weil wir uns ja alle so nah sind „Was macht die Familie?“ als Herzstück und zum Schluss endet es wie im richtigen Leben in der großen Koalition.

„Zwischen Tee und Nowottny“ – wenn sich der Grund des Titels immer noch nicht erschlossen hat, macht das nichts – Buch gibt’s zu lesen und zu kaufen für 8,80 und auf 105 Seiten hat man die Chance mehr zu erfahren.

Außerdem haben wir nachher noch eine Lesung mit Musik. Mathias Papenberg und Heiko Hövekenmeier begleiten musikalisch ein paar Worte von mir aus dem Buch und Geschichten nach Drucklegung mit Sound, wie es neudeutsch heißt, ich bin also zeitweilig Teilzeitmitglied einer Band die sich an diesem Nachmittag „Coffee with Matthias“ nennt. Dafür brauchen wir ca. eine Stunde. Nun noch viel Freude beim betrachten der Porträtoriginale aus dem Buch und bei dem einen oder anderen Gespräch mit den anwesenden Künstlern. Ich will mich da mal nicht ausnehmen. Ca. viertel vor sechs wird dann die Lesung angekündigt – die ebenfalls die Überschrift „Zwischen Tee und Nowottny“ trägt.

Alles verzögert sich nun ein wenig, dann geht es aber gegen 18 Uhr wirklich los. Mathias kündigt mich an. Heiko und ich lauschen hinter der Tür. Gleich geht’s auf die Bühne – die Spannung steigt, ist aber gut erträglich, wir haben die Vorpremiere gehabt und das war eine große Hilfe.

Mathias stößt wieder zu uns und die Intromusik „Western von gestern“ läuft. 45 Sekunden sind das – das ist ne Menge Zeit. Bei den letzten Takten betreten die Musiker die Bühne und ich habe noch etwas Zeit. Heiko beginnt mit der Gitarre mit dem Jonathanthema. Dann setzt der Schlagwerker ein und dann kann ich allmählich auch mal kommen. Das mache ich spät, bekomme feinen Auftrittsapplaus, nehme auf dem aus dem Dittschegrill geliehenen Hocker Platz, packe mein Lesemäppchen aus und verschütte Wasser – eine Aktion zuviel. Aber egal – es läuft jetzt und gut läuft es, denn das Publikum ist von der ersten Sekunde an da. Die Fotografen im Raum tun ihr bestes was uns Spaß macht und gut für die Arbeitsatmosphäre ist. Heiko begeistert das besonders. Zur Abfolge unseres Programms möchte ich hier weiter nichts sagen, denn wir bemühen uns um weitere Auftritte und ein erster Schritt ist ja der Inselauftritt und der Mitschnitt unseres Tonmannes Jan.

Mit kleinen Fehlern geht’s über die Bühne, die aber wie das Programm von Szenenapplaus getragen werden. Wir schließen mit einem neuen Text „Käthe beim Fotografen“ nach ca. einer Stunde und haben dann auch die Forderung in eine Zugabe mit eingebaut, bzw. der Mathias hat das im Vorwege schon gemacht. Dafür haben meine beiden Musiker frei. „Jonathans erste Magenspiegelung“ ist der Abschluss und das lese ich direkt aus dem Buch, weil der Heiko gesagt hat, dass so was auch mal gut aussieht. Zum Schluss sind wir sehr glücklich.

Ich signiere im Anschluss noch 12 Bücher, die ich auch verkaufe. Madonna überreicht der Annegret wunderschöne Blumen, denn wir waren auch mal dran das zu machen. Ein Tross von Leuten geht dann noch ins Legendär im Eppendorfer 200. Die Nachlese braucht einige Biere und schöne Gespräche. Freundliches Kuscheln mit Ninja und Christina ist drin und ein paar nette Worte mit den Fotografenfreunden. Tania R. kauft mir noch ein weiteres Buch ab und Möhre für die Bedienung. Eine Analyse mit den Musikern wird versucht, aber Bier verhindert das schließlich.

Zum Schluß schließen Ninja, Möhre und ich die Runde und kehren heim.

Sonntag, den 15. Oktober bauen Heiko, Mathias und ich dann die Anlage und unsere ganze Bühne ab quasi. Da folgt dann die Analyse. Es geht weiter auf jeden Fall. Promo CD – Ideen für die Erweiterung des Programms in zwei Teilen. Ein Auftritt steht fest – am 24. Februar 2007 um 17 Uhr auf der Insel. Wir erwarten euch.


16. Oktober 2006

Fotos: Sigrid Kriener, Annette Krüger und Michael Schiele

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