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Schorsch Rikken
SCHORSCH´S kleiner Literatur-Kiosk


Viersen, ein Weihnachtsmarkt

      Nach fünf fast unverzehrten Tagen im Laub kann
      man es Schmitz nicht verübeln, wie folgt zu
      halluzinieren. Das er überhaupt noch etwas sagt,
      ist der Verdienst seines Onkels Theodor, der ihn
      seinerzeit unabsichtlich am großen Zeh kraulte:

      Viersen, was für ein Wort, nein, nicht nur Wort!
      Wenn es wenigstens das wäre! Was denn?
      und sonst?
      Ja danke!
      Und selbst?
      Fragen Sie meinen Bischhof, oder quatschen Sie
      meinetwegen ihre Parkuhr voll, sofern sie noch
      nicht umgestellt ist!
      Ich bin Europäer! Wasserbüffel kann ich immer
      noch werden, Sie Gemse, Sie!
      Oh W(eh)! Dich möchten wir hier nicht haben,
      denn Viersen ist kreiselnde Kreisstadt mit Nie wo!
      immer müde
      nimmer offen
      stehts bemüht
      doch weit gefehlt
      ist ORT! (nehmt mich beim Wort)
      am Wochenend sehr oft besoffen.
      Oh Viersen, meine Heimatstadt
      Ich hab dich satt!
      Ich hab dich satt!

      Wenn ich schon seh
      wie Vater Glühwein kippt
      er will nicht weinen sondern glühn!
      der Sohn verwirrt an Engeln zippt
      Er will nicht zippen sondern engeln!
      die Mutter schreit:
      ICH MUSS NOCH RÜBER IN DEN LADEN!
      Wenn dann, zu allem Überfluss
      die Tochter noch aufs Scheißhaus muß
      wo weit und breit gar keines ist
      wenn plötzlich Taubenschiss noch Majonaise iss
      dann sollt man sich doch wirklich fragen:
      Stört mich nicht ganz insgeheim ein Unbehagen,
      von höchst persönlicher Struktur?
      Wo ist sie nur, wo ist sie nur!

      Feste soll man fallen, wie sie feiern!

      da schlief der Weihnachtsmann doch schon wieder
      ein! 
 
 


© Schorsch Rikken

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