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Nun ist
es also Wirklichkeit. Ich sitze in den Probeaufnahmen zwischen dem
recht angenehm frisierten Michael und dem sehr strengen
Aufnahmeleiter Jan Leo. Die ersten Aufnahmen sind nach allgemeinem
fürdahin brauchbar. Wer traf bislang ein? Madonna und ich im
Smart. Die Anna die nach sich fragte und die ich nicht erkannte.
Lolly und natürlich auch Angel, diesmal nicht mit buntem Hut,
damit sie nicht für jünger gehalten wird. Der Pool der
Eitelkeiten ist im Moment darauf reduziert, dass ich hier sitze
und Lolly und der Jan Leo sich in Bemerkungen über die
Geschehnisse die kommen werden unterhalten. Michael ist ein Fan
von mir und ich auch von ihm, dieses ist eine schöne Grundlage,
eine wundersame Sache, wo es doch nicht immer so war. Menschen
wachsen hier und der Anfang für Jazzpausenideen (es läuft Getöse
im Hintergrund) ist da. Viel mehr zu sagen, wäre übertrieben,
fatal und auch nicht gut. Die Freude ist. Wird sie bleiben? I
hope wohl so.

Feierstimmung
in Worpswede: Lolly - MVS und Ninja - Wolfgang - Anna und MVS -
Anna und Jan Leo
4.
Oktober 2002 15:48:39
Der
Rahmen wurde nicht gesprengt nach meinem Geschmack. Daher ist auch
diese Aussage relativ. Relativ gut. Immerhin es ging bis tief in
eine Nacht, nur leicht gelüftet und dies erst gegen Abend. Das Lüften
der Köpfe, der Kreativen wird noch folgen. In Liebe gewartet auf
den Rest der Show. Gestern gegen Abends war es und heute morgen
(es ist jetzt gegen viertel nach neun) ein paar schon wieder
gefunden. Viel Kanisterwein aus Ungarn mitgebracht von Omar, der
Abends zum Italiener samt Hund und Riti anreiste, war dazu nötig.
Wir haben gut eine Einweihung per Vorlesung drangehängt. Jedes
Jahr dieselbe Sache, nur diesmal in großer Vertrautheit. Auch
Wolfgang aus Wien stieß dazu, das Ankommen von Ninja, Mandy und
meinem kahlen Freund Andreas funktionierte auch.

Feiern
und Grinsen: Jan Leo und Lolly - Bernd und Madonna - Lolly und
Bernd - Omar
Nach
dem Italiener zog sich die Gemeinde der Literaten in den Raum des
Seminars zurück, dort wird in diesem großen Zimmer die Lesung
nun heute gegen 14 Uhr beginnen. Unter einer Männerrunde, die ein
wenig ins Unsägliche fiel, hat gestern Abend, und das ist
hochanerkennend zu bemerken die Ninja durchgehalten. Lang davor
auch die Anna, die als Heimschläferin sich dann auf den Weg
machte. Sie ist in Zeven daheim und dies ist unweit von hier. Jan
Leonardos Geschichten von vorgestern fanden auch diesmal wieder
anklang. Auch dies wie immer. Dejavú! Aber Wein, der nicht so
sehr zu Kopf geht, sorgt für Spielräume. Nun soll bei der
Gelegenheit nicht der Eindruck entstehen, dass beim vier w
Jahrestreffen 2002 Alkohol eine Rolle spielt. Dös wär uroasch,
wie unser Wiener Freund Wolfgang sagen würde. Am Morgen musste
dann der Langhans Michael duschen und alle drei anderen Herren des
Raumes standen freilich gleich senkrecht im Bett. Wir sind ein
wackerer Dienstraum, der Wolfgang, der Jan Leo, der Michael und
ich.
Lang
geblieben und dann gleich wieder aufgewacht und das war schon in
Remscheid, ich erinnere mich, sehr sehr gut. Wenig Schlaf, liest
gut, Aufregung senkt sich gen Null, ähnlich wie der sinkende
Wetterzustand zwischen all diesen Worpen. Lange Spaziergänge gab
es daher noch nicht. Letztes Jahr war es noch so, damals als ich
die Käthe meines Jonathan auf so einer Art Rastplatzesstisch auf
dem Parkplatz vor dieser Jugendherberge erfand. Aber wir wurden
uns noch nicht zu viel. Zu wenig Zeit war, zu viel uns zu sagen.
Immer noch geistert viel Neugier durch die Gesichter. Gerade
trifft die Nadjala ein, begrüsst von amygdala, während der
Langhans und Jan Leo im Örtchen Hinweisschilder für die Vielzahl
wahrscheinlich Anreisender aushängen. Hier im Seminarraum harre
ich mit dem Wolfgang und dem Bernd aus, der uns ja gestern
hervorragend mit Klappversen und Limericks unterhielt.
Aber
ich bin der Meinung das jetzt hier eine wichtige Sitzung folgt.
Die Ninja ist nun auch schon erwacht, alle sind beinahe hier, nur
der Omar, der ja wichtig wäre sonnt sich noch in mooriger
Abwesenheit.

Während
der Lesung am 5. Oktober 2002
5.
Oktober 2002 10:26:34
Montag
ist Worpswede 2002 unschläfrig aufzuarbeiten. Das Vergnügen der
Frische noch in den Knochen. Das Publikum tobte vorgestern.
Beinahe ungehemmt, aber nicht unanständig bei vielen Zeilen. Die
Lesung war wunderschön und ich komme nicht umhin auch meinem
Publikum immer noch tief bewegt zu danken. Andere die sich im
Ernst, oder in Religion wiederfanden, werden wohl auch ihr Vergnügen
gehabt haben. Eine nicht abschmierende Fruchtsäure muss in ihren
Leibern gewesen sein. Und Nadjala sang uns sogar vor. Es war ein
Lied vieler durchgängig lächelnder Gesichter.

Nadjala
Gesichter
auch der schönen, aufmerksam wachenden Frauen, die auch wieder in
verregneter Mondnacht mit uns harrten und die begierig schauenden
Männer teils mit Erfolg vom Absinth abhielten. Der Schnupfenmann
in schlankmachenden Streifen, der Forenmaster in a Foreign Land
brummte mit bübischem Bariton seinen vokalen Unterton. Ninja,
warf das blonde Haargebimsel dazu, schien sich oft zu wiederholen,
aber Freunde versteht einer ja auch so.
Jan Leo
hatte Applaus auf offener Szene erhalten, für die Abenteuer des
Lachmann, welcher ureigen und fast autonom geblieben ist. Der
Moderator gab ihm eine Oberfläche wie Samt mit Pfirsichworten.

Jan Leo
Lolly,
unsere Tina, die junge Frau des Mutes, die durch viel Geschick und
noch mehr Fleiß die Kraft ergründen will, die in der Ruhe liegen
soll.

Lolly
Im Mord
liegt der Schein der Symbiose zum Leben. Vielleicht zum Traum? Der
Meister aus dem 12. Jahrhundert, Omar Cajjam wusste davon zu
berichten.

Omar
In
Madonnas unerschrockenen, nicht verkitschten Zeilen über das bedrückende
Erlebnis der Kleinen lag etwas, zudem der Hörer nur durch
Durchatmen gelangen konnte.

Michael
und Madonna lesen "Die Kleine" von Madonna
Wer ist
der Geliebte von Angelika? Diese Frage stellte sich, als sich
religiöse, aber nicht unerotische Blumen öffneten.

Angelika
Zwischen
diesen Blumen zwitscherten Bernd Hutschis Vögel, aufgeregt
flatterten sie durch die Botanik, die erstaunliche Arten erlebte.

Bernd
Einen
russischen Tee hätte ich dabei beinahe unbedacht genießen können.
Doch die dunkle Frauenstimme Maninas verbat an Schlabbern zu
denken.

Manina
Denken
wir an Spanien, an Wien, an tiefe Worte, aber atmosphärisch nicht
brutale Formen, so denken wir an Wolf und Gang und Ratz.

Wolfgang
Mein
Jonathan und meine Käthe schlucken noch für das Fest eurer Fürworte.

MVS
Thernell
ist erwachsen geworden im Vergleich zum letzten Jahr und Ninjas
Sprachensachen sind plastisch. Ninja ihre Stimme blieb im
Hintergrund, doch Manina hob diese Sprache auf und sprach.

Ninjas
"Thernell" liest Manina
Wenig
Worte, nicht reduziert zu einer einsamen Buchstabeninsel, so
folgte ich auch wie das Publikum als edler Ritter meiner amygdala.
Amygdala
Harmonie
mit schnellem Schluss, Tempo so sanft, aber viel zu kurz. Mehr
sagten Annas Augen. Inhalt war aber in den Worten.

Anna
Der
Forenmeister Langhans ließ die Blätter fallen, aber nicht die Hüllen.

Michael
Versammelt
zum Gruppenbild vor meiner Frau gab es die Einheit einer schönen
langen Lesung zum Ende. Kurz vor halb acht, dass Glück dabei
gewesen zu sein für alle.
Madonnas
Smart trug mich zurück bis vor meine Haustür. Danke, dass war
nicht schlecht für mich.
7.
Oktober 2002 18:19:47
Fotos:
Madonna
(Sigrid Krieners)
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