Heinz Rudolf Kunzes Rückenwind 2 (Berlin - Hamburg)

2003

Reisetagebuch HRK 2003

Rückenwind 4

In Berlin bei Lilo übernachtet und zum ersten Mal sogar ungestört geschlafen auf dieser Tour. Obwohl der Weg hier nach Neu-Kölln (genau Buckow) in der Nacht, lang und beschwerlich war. Ganz im Süden von Berlin sind wir nun. Lilo ist längst arbeiten, seltsam so ein kurzes nächtliches Aufeinandertreffen nach fünf Jahren. So sind alte Freundschaften eben, halt Übernachtungsbrücken.

Nach einem ausgiebigen Frühstück gestern in der „Planwirtschaft“ zu Dresden war mir schlecht, ausgesprochen. Zu umfangreiches Angebot zum Festpreis. Eine kurzweilige Zugfahrt mit einer alten Bauzenerin als Gesellschaft schloss sich an. Während der ganzen Fahrt habe ich eigentlich nur geschlafen. Selig und müde dann in das aufregende Tempo von Berlin eingetaucht, war sofort eine körperlich spürbare Umstellung nach Dresdner Beschaulichkeit. Die Gepäckstücke ins Schließfach, Berlin Friedrichstraße und mit dem Öffentlichen Verkehr Richtung Luftbrückendenkmal. Dort am alten Flughafen steht nämlich auch die Columbiahalle, die sich für gestern Abend im Recht fühlte. Leider eine Sache verbaselt. Nicht auf der Gästeliste gewesen und somit nur per Abendkassekarten ein Konzert erlebt, welches eine weitere würdige Steigerung zu Dresden aufwies. Erst einmal dieses Publikum, welches den Sachsen in nichts nachsteht, ganz im Gegenteil, dann ein trefflich gelungener noch besserer Sound von HRK und Verstärkung, mit besonders plastischen Phasen bei Stücken wie „Noch hab ich mich an nichts gewöhnt!“ und „Manchmal!“ Ruhiges Fahrwasser der Gesamtkomposition, allerdings mit vollem Einsatz der Band.

MVS vor der Columbiahalle in Berlin

MVS vor dem Konzert in Berlin

Außer Tobias und Claudia, wieder auch Nina getroffen, die in Bremen Backstage dabei war und den Rest der Berliner Clique gesehen, allen voran natürlich Gerald.

Hier bei Lilo ruht der Morgen vor der allmählichen Abfahrt heim nach Hamburg. Das Wohnzimmer mit ausladender Couch wütet vor Stille, auch der Berliner Himmel bietet keine Kostbarkeiten. Hier im Randbezirk ist es ruhig. Da scheint für einen Moment dieser Fahrtwind, in Wahrheit der Rückenwind hinter uns zu sein. Reichlich Stoff für einzelne Anekdoten auch. Dinge über die ich geflissentlich schweige, um die Eindrücke nicht gleich zu überladen, mit Wertungen und Bestandsaufnahmen nämlich. Dafür ist Zeit in Hamburg. Haargenau wissen was uns dieser Rückreisetag bringt, können wir auch nicht.

Bei Lilo in Berlin Neu-Kölln: 16.05.2003 11:20:37

Heinz von unten

Seltsame Ansicht

Rückenwind 5


Wieder daheim auf dem Bett sitzend, eine lange Nacht überschlafen, den zweiten Teil der „Rückenwind 2003“ für uns. Berlin auch hinter uns gelassen wie den Tumult bei doch einer Menge Besinnlichkeit zuvor. Waren noch frühstücken in den berühmten „Hackischen Höfen“, haben vor dem Tiergarten im Gras gesessen und dem Stadtlärm gelauscht. Abreisefieber heiß und nicht fad und die schöne Nachricht von Gerald für uns, dass wir nächsten Mittwoch in Hamburg auf der Backstageliste stehen. So denn also noch ein Kapitel „Rückenwind“ am Tunnel mit Ausgang.

Am Bahnhof Zoo gestern vor der Abfahrt mit viel Geschäftigkeit zwischen Arsch und Bauchwellen der anderen gesessen und dann abgefahren um kurz vor 17 Uhr. Im vollen Abteil mit mitteilsamen Berliner Damen verschiedener Generationen geplaudert. Hamburg begrüßte uns abschließend mit unüblichem Sonnenschein. Die S-Bahn als Erholung empfunden unter dem Wetterobst fast Wolkenlos.

Gestern war Heinz Rudolf Kunze und Verstärkung ohne uns in Erfurt. Anlass genug um unsere Erinnerungen bis zum nächsten Mal von einem Teppich tragen zu lassen.

Hamburg Dulsberg (daheim): 17.05.2003 16:22:59



Dabeisein ist alles!

Einer für Alle

Rückenwind 6

„Dabeisein ist alles“ wird die neue Live CD heißen, die Heinz Rudolf Kunze und „Verstärkung“ gestern in Hannover mitgeschnitten hat. In Hamburg wird weiter mitgeschnitten und gefilmt, heute am „Abschlussabend“ der „Rückenwind 2003“, mal von Merseburg im Juni abgesehen. Nun also doch ein neuer Song im Tourbus komponiert, gemeinsam mit den Jungs eingespielt, auch der heißt „Dabeisein ist alles“ und wie es aussieht sind wir nachher gemeinsam alle auf einer Live DVD.

Spekulationen um dieses gab es ja lange und Backstagegespräche in Bremen deuteten das ja an, wovon natürlich lieber niemand offen sprach um sich nicht zu blamieren.

In Wellingsbüttel ist nun Gerald eingetroffen und wir auf der Backstageliste. Das ist fein, nett eingefädelt mit der Option anschließend Eindrücke von der Aftershowpartie zu bekommen.

Vorhin die Fotos aus Dresden kurz begutachtet, dass schwitzende runde Kinn von Heinz direkt steil über Annettes Linse. Ich freu mich auf den Rückenwindabend in der Heimat, nehme zu meinen Gunsten an, dass ich in liebevoller Erwartung bin.

Hamburg Dulsberg (daheim): 21.05.2003 16:38:28


Heinz mit Gitarre

Mit Gitarre

Rückenwind 7

Nach Geralds Ankunft und der unruhigen Erwartungsreise zur Grossen Freiheit über den Hintereingang die erste Reihe zur Rückenstärkung für Heinzens DVD gefunden. Die Webverstärkung, die Wunderkinder, die gesamte Fanprominenz in Hamburg wie und eh und je und Annette und ich mittendrin, nicht verlassen und nicht verletzt. Ein schönes Nest zum miterleben und mitfeiern. Dazu für uns als Hamburger ein Heimspiel. HRKs Heimspiel am Vortag in Hannover mit der Livemitschnittarena Capitol soll auch schon sehr grandios gewesen sein, wie zu erfahren war. Nach der langen Erwartung wurden wir ruhig und erfreut. Frank, Annette, ich und Nina boten eine Reihe der sehr bekannten Gesichter links neben dem Monitor von Heinz, an dem er seine Textsicherheit proben kann. Kalle, Tobias, Claudia, Phil, Sven und Gerald rechts die zweite erste Reihe, kaum unterbrochen oder ergänzt durch weitere.

Als der Meister gestern erschien, deutete er sofort auf uns, fast ungläubig erlebte er die frontale Unterstützung. Eine Unterstützung die ihm nach hinten tragend den Zauber aus der Freiheit 36 erleben lassen sollte. „Dabeisein ist alles“ und bitte Dabeisein nicht auseinanderschreiben wie Heinz der Produktionsfirma auferlegte. Es wurde das beste Konzert der Tour. Ein Rausch in dem sich auch die Verstärkung wiederfand. Die üblichen Abstriche gingen im positiven Inferno unter.

Sander Sander!

Heinz und Jörg

Von der Bühne der rundweg freundliche und gänzlich undramatische Händedruck HRKs für mich alleine. Gestisch erfüllend und klug mit einem wohlwollenden Blick. Der Fan MVS schloss sich der Webverstärkung an und begab sich auf die Aftershowparty in einem kleinen Club am „Neuen Pferdemarkt“. Ohne „VIP – Bändchen“ aber mit Geralds Eindringlichkeit in die Loge gekommen. Zunächst am Katzentisch mit dem ASS Manager und ein paar Worte mit Gila (Kunzes Frau) gewechselt. „Annette und Matthias, alte Fans und immer in der ersten Reihe, ja ja!“

Jens Carstens

Hinter der Schießbude

Später dann auf der Dachterrasse im Kreise seiner wirklichen Fans Heinz und die seinen. Mit ihm auf die Tour angestoßen. „Die leider vorbei ist!“, wie er sagte. Die Innigkeit mit der neuen Band ist spürbar gewesen, es hat besser funktioniert als erwartet, dies wurde deutlich. Auch Gitarrist Jörg Sander und Trommler Jens Carstens ließen sich auf einen kleinen Plausch mit uns ein. Alle waren voneinander beeindruckt bis heute Nacht um vier. Die lange Maßlosigkeit der Nacht mit maßvollem Benehmen.

„Ihr habt mir heute einen unwahrscheinlichen Halt gegeben!“, sagte Heinz zu uns. Wir gingen als letzte, dieses Pulk seiner großen Fans. Der Meister verbeugte sich vor uns mehrfach und wir vor ihm wie immer. Seine erste Reihe floh durch die Nacht, Tobias und Claudia auf den letzen Campingplatz dieser Rückenwindtour.

Heute morgen dann Frühstück mit Phil, Sven und Gerald. Kurz und schön und gut ein herzliches und umarmendes nacherleben. Dabeisein war alles!

Hamburg Dulsberg (daheim): 22.05.2003 16:23:44

Alle Konzertfotos von © Annette Krüger vom 14. Mai 2003 in Dresden

 

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