Foto: Sigrid Kriener |
Den Möhre (Manfred Stock) kenne ich schon einige Jahre. Der 1963 in Schönebeck bei Magdeburg geborene Mensch, arbeitete in einem naheliegenden Bioladen in Hamburg, indem ich Wein und Käse einkaufte. Er tauchte unter. Ich bekam nicht mit, dass er seit Ende 2003 mit ersten Schreibversuchen auch das Internet nutzte und fiel erst aus allen Wolken, als er als Möhre in meinem Literaturforum text-fuer-text.de auftauchte. Wir trafen uns öfter, wurden Web- und Lesefreunde entwickelten gemeinsam das Leseprogramm: "Mutterwitz trifft Jonathan". Am 20. März 2005 hatte das Programm auf der Insel auf Hoheluft in Hamburg Premiere. ... Sonntag, 20 März 2005 wir ;) Etwas früh vor der Hoheluftbrücke angekommen, erlebe ich am Tag unserer Lesung das herrlichste Frühlingsanfangwetter, welches möglich ist. Ich fotografiere in der Roonstraße, schicke dem Möhre noch mal eine nervöse sms, damit er pünktlich ist. Er hat natürlich verpennt, aber leider nur zum Spaß, sonst wäre es echt voll spannend geworden. Sonnendurchflutet diese Insel und Annegret mit ihren drei Helfern arbeitet in der Küche für die Zwischensnacks auf Hochdruck. Um sechs Uhr Morgens ist sie aufgestanden um Vorbereitungen zu treffen. Ich aale mich mit leichten Kopfschmerzen über die letzte Unsicherheit hinweg - im Backstagebereich. Möhre ist da und macht sehr anspruchsvolle Scherze über Kleidung und Frisuren. Wir gehen noch einmal vor die Tür und ich treffe Freunde und Kollegen, Eltern und Sonnenanbeter, den Ingo z.B. und Frank, ein moderner Held, der jede Woche um eine ihm längst gebührende Anerkennung kämpft. Zero the hero! Aus Wedel kommen Tina (mein allergrößter Fan) mit Signaljacke und Getrud. Tinas Sonnenbrille, die Umarmung von Ninja, Mandys lächeln und der Sitz von Patrycks geiler Frisur veranlassen mich zum Rückzug hinter die Bühne. Möhre zieht ein Bier aus der Tasche: genau das richtige jetzt, 0,25 Liter Beruhigung in Form eines Radebergers für jeden. Lesevorlagen liegen schon bereit vor dem Publikum (hoffentlich klaut die keiner) – so jemand wie Clara, der Groupie auf fast allen Lesungen, auf denen ich bisher war. Ich freue mich schon enorm darauf, von ihr in der Pause prima Tipps zu bekommen, wie ich alles besser machen könnte. Ich mache Annegret etwas mit Claras Anwesenheit nervös. Aber Annegret geht mutig raus, sind ja noch knapp fünfzig andere da. Annegret berichtet über die Arbeit der Insel, wir stehen lauschend hinter der Tür, die uns der gute Rüdiger öffnen will. Wir verstehen kein Wort, was im Saal gesprochen wird und Möhre will jetzt das ganze Programm endgültig noch einmal umstellen. Doch dann öffnet sich schon die Tür – ich sehe in Rüdigers Gesicht und alles wird gut. Der Möhre legt seine Cordjacke ab – hängt sie über den Stuhl und ich denke: prima, Arbeit erledigt, wir können jetzt nachhause gehen. Doch dann fällt mir noch dieses fürwahr großartige Stichwort für Möhre ein: WAS BISHER GESCHAH ... (Auszug aus der Kolumne: "Inseltreffen für Mutterwitz und Jonathan") Hier ist die gesamte Kolumne zu lesen Info zur Veranstaltung als pdf
|
|
copyright © 1999 - 2005 bei Webmaster :Matthias von Schramm |